Urlaub in Schottland 2026

Schottland

Schottland ist ein faszinierendes Land mit einer Mischung aus rauer Natur, reicher Geschichte und lebendiger Kultur.

Geografie
    • Schottland befindet sich im Nordwesten Europas und nimmt etwa ein Drittel der Insel Großbritannien ein. Es grenzt im Südosten an England, während es im Norden und Westen vom Atlantischen Ozean, im Nordosten von der Nordsee und im Südwesten von der Irischen See umgeben ist.
    • Es ist bekannt für seine atemberaubende Landschaft: von den zerklüfteten Highlands über idyllische Seen (Lochs) bis hin zu rauen Küstenlinien.
    • Der berühmteste See ist Loch Ness – berühmt wegen der Legende um das „Nessie“-Monster.
    • Schottland hat rund 790 Inseln, wovon etwa 94 dauerhaft bewohnt sind. Die Inseln lassen sich grob in drei große Gruppen unterteilen:
      Hebriden, Orkney-Inseln und Shetland-Inseln
Geschichte
    • Schottland hat eine lange Geschichte von Clans, Burgen und Königen.
    • 1707 wurde es durch den „Act of Union“ politisch mit England vereinigt, wodurch Großbritannien entstand.
    • Die Unabhängigkeitsbewegung ist immer noch ein Thema: 2014 gab es ein Referendum, bei dem die Mehrheit für den Verbleib im Vereinigten Königreich stimmte.
Kultur
    • Schottland ist berühmt für seine Musiktradition, darunter Dudelsäcke und keltische Folk-Musik.
    • Der Kilt ist ein traditionelles Kleidungsstück, besonders verbunden mit den Clans.
    • Highland Games: Sport- und Kulturfeste, bei denen traditionelle Wettkämpfe wie Baumstammwerfen und Hammerwerfen stattfinden.
Kulinarisches
    • Haggis ist wohl das bekannteste Gericht: eine Art würziger Fleischfüllung in einem Schafsmagen – gar nicht so gruselig, wie es klingt!
    • Whisky: Schottland ist weltberühmt für seinen Scotch Whisky, hergestellt in zahlreichen Destillerien, oft mit sehr regional unterschiedlichen Geschmacksprofilen.
Sehenswürdigkeiten
    • Edinburgh Castle und die Altstadt von Edinburgh (UNESCO-Weltkulturerbe)
    • Die Isle of Skye: spektakuläre Landschaften und Wanderungen
    • Stirling Castle und Loch Lomond für Natur- und Geschichtsliebhaber
Wetter und Natur
    • Das Wetter ist oft wechselhaft: Regen, Sonne, Wind – alles an einem Tag möglich.
    • Die Natur ist extrem vielfältig: Berge, Wälder, Inseln, Moore. Viele Tierarten, darunter Rotwild, Seeadler und Robben, leben hier.


Im Juni 2026 starteten wir mit unserem vollgepackten Auto nach Calais in Frankreich zum Zugterminal des Eurotunnels. Insgesamt rund 1.300 Kilometer lagen vor uns. 🚗

2h vor unserem gebuchten Zug trafen wir am Check-in ein und wurden gefragt, ob wir gleich die nächste Verbindung nehmen wollen. Das bejahten wir natürlich sehr gerne. Es ging noch durch den französischen und den englischen Zoll (man verlässt ja die EU) und schon waren wir im Tunnel unterwegs. So trafen wir gegen 16:00 Uhr (London-Time) in Oxford zur Zwischenübernachtung ein.

Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter nach Stirling in Schottland, wo wir bei Sturm und Regen gegen 17:30 Uhr Ortszeit eintrafen. Vermieter Bob begrüßte uns und zeigte uns die Wohnung. Danach kauften wir das nötigste ein, gingen Essen und schlürften ein Guinness zur Begrüßung.

Nach einer ausgiebigen Nacht zeigte sich der Montag mit blauem Himmel und Sonnenschein. Wir entschlossen uns Stirling und Stirling Castle zu erkunden.

Stirling ist mit ca. 40.000 Einwohnern ein faszinierender Ort in Schottland – eine perfekte Mischung aus Geschichte, Kultur und atemberaubender Natur. Das Stirling Castle, eines der größten und historisch bedeutendsten Schlösser Schottlands, thront auf einem Felsen und bietet nicht nur einen tiefen Einblick in die schottische Geschichte, sondern auch einen spektakulären Blick über die umliegende Landschaft. Aber auch sonst hat die Stadt vieles zu bieten.

Abends landeten wir in einem irischen Pub und ließen den Tag ausklingen.

Der Dienstag zeigte sich abwechslungsreich mit Sonnenschein und Regenschauer. So beschlossen wir erst einmal uns ein schottisches Frühstück zu genehmigen. Danach fuhren wir nach Doune um eine berühmte Ruine zu besuchen. Doune Castle nämlich war Kulisse für „Outlander“, „Game of Thrones“ und „Ritter der Kokosnuss“.

Wieder zurück in der Ferienwohnung schnappten wir unsere Räder und drehten noch eine kleine Runde durch die Gegend. Glück gehabt – wir blieben trocken. 😉

Am Mittwoch stiegen wir in den Zug und machten uns auf den Weg nach Glasgow. Nach einer rund halbstündigen Fahrt erreichten wir die größte Stadt Schottlands, die mit ihren historischen Gebäuden und ihrem ganz eigenen Charme beeindruckt.

Zunächst erkundeten wir die Innenstadt und schlenderten durch die zahlreichen Einkaufsstraßen. Dabei konnten wir viele der alten Bauwerke bewundern, die dem Stadtbild seinen besonderen Charakter verleihen. Leider wurde an vielen Ecken Gebäude restauriert, Straßen umgebaut und Baustellen eingerichtet. Das Hämmern, Bohren und Absperren trübte den Eindruck etwas, sodass unsere Begeisterung nach einigen Stunden nachließ.

Schließlich machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof. Trotz der vielen Baustellen war es interessant, Glasgow einmal selbst zu erleben und durch die belebten Straßen zu ziehen.

Den Abend ließen wir gemütlich bei einer Portion Fish & Chips und einem Guinness ausklingen. Für die passende Atmosphäre sorgte Livemusik von einigen Amateurmusikern – ein gelungener Abschluss eines abwechslungsreichen Tages.

Am Donnerstag unternahmen wir eine Rundreise in den Osten Schottlands: Von Perth über Dundee bis St Andrews

Perth: Malerisch am Tay

Unsere Rundreise begann in Perth, der ehemaligen Hauptstadt Schottlands. Trotz strömenden Regens ließ sich der Charme der Stadt am Fluss Tay nicht verbergen. Nach einer kurzen Parkplatzsuche schlenderten wir durch den überschaubaren, aber idyllischen Ort. Perth ist zwar klein, aber die Atmosphäre am Fluss und die historische Bedeutung machen den Besuch lohnenswert.

Dundee: Kultur, Design und eine unerwartete Überraschung

Weiter ging es nach Dundee, einer traditionsreichen Hafenstadt, die sich in den letzten Jahren zu einem lebendigen Zentrum für Design und Kultur entwickelt hat. Nach dem Parken in einem zentralen Parkhaus wurden wir von einer modernen Innenstadt überrascht: eine große Mall, eine belebte Fußgängerzone mit unzähligen Geschäften und Cafés. Nach einem Bummel durch die Einkaufsstraßen führte uns der Weg durch ruhige Parkanlagen zur Promenade am Tay. Hier, wo der Fluss in die Nordsee mündet, genossen wir den Blick auf das Wasser und die entspannte Atmosphäre.

Nach einem ausgiebigen Kaffee machten wir uns auf den Rückweg zum Parkhaus – doch hier gab es eine kleine Panne: Der Kassenautomat war defekt. An einem anderen Automat wurde uns angezeigt das die 3£ von der Kreditkarte abgebucht wurden und wir raus fahren können. Tatsächlich öffnete sich die Schranke an der Ausfahrt. Doch es folgte gleich die nächste Überraschung, denn wir befanden uns in einer Umweltzone. Ob uns nun eine Strafe erwartet, bleibt abzuwarten – eine unangenehme Falle für Touristen, die nicht mit den lokalen Regeln vertraut sind.

St Andrews: Geschichte, Golf und kulinarische Mutprobe

Der krönende Abschluss unserer Reise war St Andrews, bekannt für seine renommierte Universität, die mittelalterlichen Ruinen und als „Heimat des Golfsports“. Direkt am Nordseestrand fanden wir einen Parkplatz – mit theoretischem Blick auf die rund 735 Km Luftlinie entfernte Küste der Niederlande und Niedersachsens.

Die Stadt beeindruckte uns mit ihren historischen Gebäuden und dem typisch schottischen Flair. Nach einem Rundgang kehrten wir in ein Restaurant ein, das unter anderem Haggis (Spezialität der schottischen Küche) anbot. Ich wagte den Versuch – und war begeistert. Die Bedienung freute sich über mein Feedback und erzählte uns, dass sie im letzten Jahr selbst im Rheinland war. Eine nette Begegnung, die den Tag noch persönlicher machte.

Fazit: Ein Tag voller Kontraste

Unsere Rundreise durch den Osten Schottlands war ein Mix aus Kultur, Geschichte und kleinen Abenteuern. Von der malerischen Stille in Perth über das lebhafte Dundee bis hin zum historischen St Andrews – jeder Ort hatte seinen eigenen Charme. Und trotz Regen und unerwarteter Pannen endete der Tag gemütlich auf der Couch.

 

Es war ein typischer schottischer Freitagmorgen: Der Himmel hing tief und grau über Stirling und der Wind pfiff um die Ecken der Häuser. Doch wir ließen uns nicht abschrecken. Die Räder waren gepackt, die Regenjacken griffbereit – heute stand eine Tour zu zwei der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Region auf dem Plan: die Kelpies und das Falkirk Wheel.

Nach etwa einer halben Autostunde erreichten wir The Kelpies. Diese 30 Meter hohen Pferdeskulpturen aus rostfreiem Stahl, entworfen von Andy Scott, sind ein Wahrzeichen moderner schottischer Kunst. Die beiden Pferdeköpfe, inspiriert von den mythischen Wassergeistern der keltischen Folklore, wirken in der nebligen Atmosphäre fast lebendig. The Kelpies wiegen jeweils 300 Tonnen und sind die größten Pferdeskulpturen der Welt.

Wir radelten los, nachdem wir die Alternativroute zum Falkirk Wheel gefunden hatten. Der vorgeschlagene Pfad war leider gesperrt. Schon nach den ersten Pedalumdrehungen spürten wir den Widerstand des Windes. Die Wolken wurden dunkler, und die ersten Tropfen trafen unsere Gesichter. Willkommen in Schottland, dachten wir und lachten. Ein Schauer nach dem anderen überzog uns und der Wind peitschte von der Seite. Doch die Aussicht auf das einzigartige Drehkreuz für Boote trieb uns an.

Als wir ankamen, bot sich uns ein faszinierendes Bild. Das Falkirk Wheel verbindet den Forth and Clyde Canal mit dem Union Canal und hebt Boote ganze 35 Meter in die Höhe und das nur mit der Kraft von Wasser und Schwerkraft. Die Konstruktion ist so elegant wie genial. Der Anblick der sich drehenden Arme war beeindruckend.

Die Rückfahrt war dann angenehmer und es blieb trocken und sonnig. Allein der Wind wurde stärker.
Eine tolle kleine Fahrradtour durch schöne Landschaften und zu faszinierender Ingenieurskunst.

 

Der Zug ratterte am Samstag über die Gleise und die Landschaft flog vorbei als wir nach ca. 1h Edinburghs Hauptbahnhof erreichten. Der Bahnhof Edinburgh Waverley, eingebettet zwischen Altstadt und Neustadt, verbindet historische Architektur mit moderner Infrastruktur. Technisch gesehen ist der traditionsreiche Bahnhof von 1846 ein Durchgangsbahnhof und ist heute grundlegend modernisiert. Aber einige der 20 Bahnsteiggleise enden in einem „Sack“. Der Bahnhof ist einer der tiefstgelegenen der Welt und liegt etwa 30 Meter unter dem Niveau der Altstadt.

Wir erlebten hier nicht nur ein bedeutendes Verkehrsdrehkreuz, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte direkt am Fuße der Princes Street und des Edinburgh Castle.

Die Stadt wimmelte von Touristen und Einheimischen. Unzählige Busse, Taxis und andere Fahrzeuge säumten die Straßen – auch eine Tram gab es. Ein Straßenmusiker spielte Dudelsack, während der Wind seine Noten durch die Gassen wirbelte. Laut und wuselig war es und schräg über uns thronte das Edinburgh Castle, dunkel und geheimnisvoll gegen den bleiernen Himmel. Man meinte fast, die Geister vergangener Jahrhunderte würden einem zuraunen.

Wir saugten die Stimmung bei einem kleinen Rundgang ein und bestaunten die alten historischen Gebäude. Dann suchten wir in dem Bahnhof unseren Zug zurück nach Stirling auf den unzähligen Anzeigetafeln. Schließlich wurden wir fündig und saßen 10min später im Zug.

 

Es gibt diese Tage, die einfach alles richtig machen. Und heute am Sonntag war so einer. Der Himmel über Edinburgh war strahlend blau und kein Wind. Also nichts wie raus aus der Stadt und rein in die Natur. Unser Ziel: die Nordseebucht „Firth of Forth“, wo der Fluss Forth, der unter anderem durch Stirling fließt, bei Alloa ins Meer mündet. Die Aussicht auf die berühmten Brücken – die Forth Bridge und die Forth Road Bridge – war schon vom Parkplatz aus atemberaubend. Und das Beste? Wir hatten Glück und ergatterten einen der letzten kostenlosen Parkplätze. Pünktlich, wie wir waren, konnte der Tag ja nur gut werden.

Die ersten zwei Kilometer waren eine kleine Herausforderung: enge Gassen, Kopfsteinpflaster und kein Fahrradweg in Sicht. Doch dann wurde die Strecke plötzlich zur reinen Freude. Wir radelten durch ein Naturschutzgebiet, immer an der Bucht entlang. Unterwegs begegneten uns andere Radfahrer – und was soll ich sagen? Jeder grüßte, jeder lächelte. Diese schottische Gastfreundschaft ist einfach ansteckend.

Nach etwa 10 Kilometern erreichten wir unser Ziel: Blackness Castle, eine Burgruine aus dem 15. Jahrhundert, erbaut vom Clan Crichton. Die alten Mauern, der Blick über das Wasser und die absolute Stille – perfekt für ein paar Fotos und eine Pause, um die Landschaft in uns aufzunehmen. Der Rückweg führte uns durch einen wunderschönen Wald, vorbei an blühenden Rhododendron-Büschen und sogar ein paar Rehen, die neugierig unseren Weg kreuzten.

Zurück am Pier in South Queensferry verstauten wir wieder die Räder ins Auto und man wartete schon sehnsüchtig auf den frei werdenden Parkplatz. Mittlerweile war es so voll geworden, dass man 2 Km weiter keinen Parkplatz hätte bekommen können. Gut das wir so früh dort waren.

Außerdem mussten wir ja abends noch einen Platz in einem der Pubs bekommen. Denn zwischenzeitlich hatte auch für Deutschland die Fußball Weltmeisterschaft 2026 der Männer in Mexiko, USA und Kanada begonnen. Das erste Spiel bei Burger und Guinness wollten wir uns nicht entgehen lassen. Mit 7:1 war das schon mal ein guter Einstieg.

Montag meldete sich das schottische Wetter wieder zurück. Kalt und grau aber trocken und leichter Wind. Auf ging es nach Kinross einen Parkplatz finden, von wo wir den Loch Leven umrunden wollten. Mit vollen Akkus und eingesprüht mit Insektenspray strampelten wir los.

Loch Leven – ein Ort, der selbst bei bewölktem Himmel magisch wirkt. Doch wenn die Sonne durchbricht und der Wind sanft über das Wasser streicht, wird der Besuch hier zu einem unvergesslichen Erlebnis. Genau das durften wir erleben: Ein Tag, an dem das Wetter plötzlich umschlug und uns den perfekten Rahmen für die Radtour um den See bot.

Der Heritage Trail, ist ein rund 21 Km langer Rundweg um den See und ist ein Traum für Radfahrer: perfekt asphaltiert, (fast komplett) flach und mit atemberaubenden Ausblicken auf das Wasser und die umliegenden Hügel. Unterwegs passiert man historische Stätten wie das Loch Leven Castle, wo einst Maria Stuart gefangen gehalten wurde. Die Route ist gut beschildert und bietet zahlreiche Rastplätze, um die Stille und die Vogelwelt zu genießen – Loch Leven ist schließlich ein Naturreservat mit über 200 Vogelarten.

Aber Vorsicht! Loch Leven ist als Feuchtgebiet ein klassischer Mücken/Midges-Hotspot.

Wir hatten uns entsprechend vorbereitet:

    • Kleidung: Lange Ärmel, lange Hosen, Halstuch bis zur Nase hochgezogen, helle Farben (Midgets werden von dunklen Farben angezogen).
    • Mückenspray: Produkte mit DEET oder Picaridin sind am effektivsten
    • Wetter: Der Wind ist dein Freund (Schon eine leichte Brise hält

 

Der Dienstag begrüßte uns mit einem klassischen schottischen „Guten Morgen“: trübe, nass und so einladend wie ein kalter Porridge. Doch wir? Unbeirrt. Denn wer lässt sich schon von ein bisschen Nieselregen davon abhalten, einen Roadtrip zum Atlantik zu starten? Nicht wir! Statt die direkte Route zu wählen, entschieden wir uns für die szenische Variante – vorbei am Loch Lomond und so vielen „Points of Interest“, dass unser Navi irgendwann aufgab und einfach nur noch seufzte.

Und dann passierte es: Schon am Duck Bay am Loch Lomond änderte sich alles. Das Wetter und die Landschaft. Plötzlich atemberaubend. Weiter ging’s am See entlang, über Firkin Point nach Norden und in Tarbet Richtung Westen. Die Aussicht? Unbeschreiblich. Hochebenen, Berge, Seen in allen Größen – und eine Straße, die sich wie eine Achterbahn durch die Landschaft schlängelte. Die Berge um uns herum, eingehüllt in einen grünen Teppich, zeigten oben ihre nackten Felsköpfe, als hätten sie gerade einen wilden Haarschnitt hinter sich.

Irgendwann erreichten wir Oban (Schottisch-Gälisch: An t-Òban) – Schottisch-Gälisch wird heute noch in Teilen Schottlands, besonders im Westen sowie in Glasgow gesprochen – ein charmantes Seebad am Atlantik. Hier ändert sich nicht nur die Sprache sondern hier starten Fähren u.a. zu den Hebriden und zur Isle of Mull – aber wir? Wir starteten erst mal in ein Café. Die Jacken durften im Auto bleiben, denn das Wetter hatte sich in einen echten Schmusekurs verwandelt: warm, sonnig, perfekt für eine Pause in einem Café.

Doch der Hunger nach mehr Landschaft war größer als der nach Kuchen. Also fuhren wir nicht direkt zurück nach Stirling, sondern weiter am Atlantik entlang Richtung Norden. In Ballachulish bogen wir nach Osten ab – rein in die Highlands. Und dann: Boom. Diese Landschaft verschlug uns die Sprache. Atemberaubend? Untertreibung. Wir hielten an jedem Aussichtspunkt, den wir fanden und saugten die Stimmung ein. Der Chip in der Kamera glühte.

Gegen 21 Uhr kehrten wir zurück in unsere Ferienwohnung. 350 Kilometer später. Kaputt. Geflasht. Und bereit, auf die Couch zu fallen. Besonders die letzten Kilometer waren eine Herausforderung: Im District Stirling wurde es kalt, es regnete (wieder typisch Schottland), und die Müdigkeit schlich sich ein wie ein Dieb in der Nacht.

 

Hi ya Stirling am Mittwoch.

Regen und Sonne im Wechsel aber egal denn die „Urlaubsprogramme“ waren durch. Wir starteten den Tag mit einem türkischen Frühstück. Sehr üppig und sehr lecker. Es war so gut, dass wir abends in dem türkischen Restaurant essen gingen.

Nach der zweiten Tasse Kaffee fuhren wir nach Deanston unweit von Stirling. Deanston Whisky 12-Years hatten wir bereits in einem Pub probiert und der schmeckte uns. Aber wir wollten noch den 18-Years und den Oak testen bevor wir kaufen. So besuchten wir das Visitor Center in der Deanston Distillery und bekamen die gewünschten Pröbchen. Die Wahl fiel auf den 18-Years.

Nach dem erfolgreichen Einkauf besuchten wir noch „The Battle of Bannockburn Visitor Centre“ in Stirling. Die Schlacht von Bannockburn am 23. und 24. Juni 1314 war ein zentraler Moment in den Schottischen Unabhängigkeitskriegen.

Robert the Bruce führte die schottischen Truppen mit taktischer Brillanz. Er nutzte das unwegsame sumpfige Gelände, um die zahlenmäßige Überlegenheit der Engländer auszugleichen. Der Sieg festigte Schottlands Unabhängigkeit und markierte einen Wendepunkt im Kampf gegen die englische Vorherrschaft unter Eduard II.

Bei der Schlacht verlor England 5.000 – 7.000 Soldaten, Schottland „nur“ wenige Hundert.

 

Good morning Britain – Good morning Stirling. Unser letzter Tag – Donnerstag – in Schottland begrüßte uns mit seinem typischen Wetter. Wolken, die sich wie eine kuschelige Decke über die Hügel legten und ein Nieselregen, der so sanft war, als würde Schottland uns zum Abschied noch schnell die Haare waschen.

Nach einem Scottish Breakfast, das uns für die nächsten zehn Jahre mit Kalorien versorgte, begann das große Chaos: Koffer packen, Socken suchen, die sich plötzlich in eine andere Dimension verabschiedet hatten und das Auto beladen. Bloß nix vergessen!


Hey ab in den Süden! 🙂

Freitagmorgen hießen wir Schottland mit einem letzten Blick auf die nebelverhangenen Hügel Lebewohl. Unser Ziel: eine Zwischenübernachtung in England, rund 750 Kilometer entfernt. Doch das Wetter schien uns nicht so einfach gehen lassen zu wollen. Bis zur Grenze zu England goss es in Strömen – die Scheibenwischer kämpften gegen den Regen, die Sicht war oft nur noch ein vages Ahnen der Straße vor uns.

Doch dann, als hätten wir eine unsichtbare Linie überquert, änderte sich alles. Der Regen ließ nach, die Wolken rissen auf, und plötzlich umarmte uns eine Landschaft, die so grün und weich wirkte, als wäre sie aus einem Märchen geschnitten. Ein letzter, atemberaubender Abschied von der schottischen Wildnis.

Doch die Idylle währte nicht lange. Schon im Ballungsraum von Liverpool und Manchester wurde der Verkehr zäh wie Honig. In Birmingham dann der erste Stau – und schließlich der absolute Supergau: die M25 südwestlich von London, ein Parkplatz aus Blech und Geduld. Was als entspannte Fahrt geplant war, wurde zu einer 14-stündigen Geduldsprobe. Zweimal mussten wir im Hotel anrufen, um zu versichern: Ja, wir kommen – nur später als gedacht.

Doch als wir endlich in Wrotham Heath ankamen, wartete eine kleine Belohnung auf uns: ein Kaffee auf der Terrasse bis wir erschöpft zu Bett gingen.

 

Die letzten 63 Kilometer auf englischem Boden zum Eurotunnel gestalteten sich am Samstag als Geduldsspiel. Baustellen, Wartezeiten, moderne Grenzanlagen – die Realität des Brexit zeigte sich hier in voller Pracht. Zäune, soweit das Auge reicht, auf beiden Seiten des Kanals. Ein deutliches Zeichen: Großbritannien und die EU sind nun wirklich zwei verschiedene Welten.

Langsam schoben wir uns durch den Zoll, die Einreise in die EU fühlte sich an wie ein kleines Ritual. Doch dann, etwa eine Stunde vor unserer geplanten Abfahrt, die Erlösung: Wir durften in den Eurotunnel-Zug einfahren. 35 Minuten später standen wir wieder auf europäischem Festland – und atmeten auf. Endlich wieder auf der „richtigen“ Seite, wie wir scherzten.

Vor uns lag noch die letzte Etappe: Frankreich, quer durch Belgien, ein Stück Niederlande und schließlich nach Hause – Deutschland.

Ein Roadtrip, der sich anfühlte wie eine Mini-Europareise: fünf Länder, unzählige Eindrücke und am Ende das vertraute Gefühl von Ankunft. Ohne Jetlag, aber mit dem Wissen: Diese Reise (3.454 Km) wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Fazit: Ein Urlaub, der unter die Haut ging   

Es war ein wunderbarer Trip, voller unvergesslicher Momente: offene, herzliche Menschen, atemberaubende Landschaften und eine Fülle von Eindrücken, die uns noch lange begleiten werden. Schottland und England haben uns mit ihrer Gastfreundschaft und ihrer wilden Schönheit verzaubert.

Allerdings: Wer auf Sonnenschein und Badetemperaturen aus ist, sollte hier vielleicht nicht seinen nächsten Urlaub buchen. Maximal 19 Grad und häufiger Regen begleiteten uns auf unseren Ausflügen. Doch das hat uns nicht aufgehalten! Fast alles, was wir uns vorgenommen hatten, konnten wir erleben – sogar kleine Fahrradtouren durch die grüne Hügellandschaft waren drin.

In Puncto Fahrrad ist allerdings noch in allen 5 Ländern (Irland, Nordirland, Wales, England und Schottland) Nachholbedarf. Tatsächlich gibt es in vielen dieser Regionen noch viel Potenzial, um den Radverkehr zu fördern – sei es durch den Ausbau von Radwegen, bessere Sicherheit für Radfahrer oder die Integration des Fahrrads in den öffentlichen Verkehr.

Es schien uns das Schottland hier bereits etwas weiter ist, möglicherweise durch gezielte Investitionen oder politische Initiativen. In den letzten Jahren hat Schottland tatsächlich Fortschritte gemacht, etwa durch Projekte wie das „Cycling Action Plan for Scotland“ oder die Förderung von E-Bikes und Radschnellwegen.

Die Highlands von Schottland waren einfach der Hammer!
Weite, mystische Landschaften, die sich wie ein Gemälde vor uns ausbreiteten. Dramatische Berge, tiefe Täler und diese besondere Stille – das war purer Gänsehautmoment.

Am Ende zählt nicht das Wetter, sondern die Erinnerungen. Und die haben wir reichlich mit nach Hause genommen. 💚