September 2026
Tag 1 – Montag
Anfahrt nach Karlsruhe
Der Start war nicht ganz stressfrei, denn er begann mit einem Stau auf dem Kölner Ring. Aber gegen 12:00 Uhr kamen wir schließlich in Karlsruhe an und konnten Marco aufgreifen. Von dort ging es direkt weiter nach Metz, der Hauptstadt Lothringens.
Die Route nach Frankreich
Unser Navi hatte uns zuverlässig die mautfreie Route empfohlen und mit einer Pause in Elversberg und einer Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft, kamen wir dann gegen 17:00 Uhr in Metz an. Insgesamt hat sich die Navigation bewährt, auch wenn die Fahrt etwas länger war.
Die Unterkunft: Hochsicherheits-Feeling
Was die Wohnung angeht, sicherer als ein Hochsicherheitstrakt! Draußen ein Codeschloss, dann eine Sicherheitstür und noch eine weitere abgeschlossene Tür. Die Wohnungstür fühlte sich wirklich uneinnehmbar an. Allerdings hatten wir Pech mit dem Fahrstuhl – der war kaputt und die Wohnung war im 3. Stock.
Einkauf & Abendessen
Nachdem wir uns erst mal mit allem für Frühstück etc. eingedeckt hatten, ging es zum Essen. Ein gemütlicher Abend im Biergarten auf dem Place St. Jacques folgte. Das Essen war lecker, die Getränke kalt und das Klima noch sehr warm. Genau das Richtige nach einer langen Fahrt. Dann fielen wir erschöpft ins Bett.
Tag 2 – Dienstag
Auf den Spuren des Schengener Abkommens
Heute stand ein Ausflug ins kleine, aber geschichtsträchtige Städtchen Schengen in Luxemburg auf dem Programm. Wer hätte gedacht, dass dieser winzige Ort an der Mosel durch das Schengener Abkommen weltberühmt werden würde? Neben historischer Bedeutung hat Schengen aber auch ganz praktische Vorzüge: gleich fünf Tankstellen, ein Liter Benzin E10 für nur 1,79 € (2,49 € z. Zt. in DE) und dazu noch billige Zigaretten. Dreiländereck-Feeling inklusive. Hier treffen Deutschland, Luxemburg und Frankreich aufeinander und die Mosel fließt gemütlich dazwischen. Mangels Platz stand unser Auto in Perl, dem Ort auf deutscher Seite.
Perl und Hafen? Da kam uns scherzhafterweise „Perl Harbour“ in den Sinn…….ja ist ja gut – ganz flach 😉
Kaffeepause in Remich
Auf der luxemburgischen Seite legten wir in Remich eine wohlverdiente Pause ein. Kaffee und ein richtig leckeren Kuchen an der Mosel – so schmeckt Urlaub!
Rückreise mit Maut-Trick
Den Rückweg mussten wir wieder am Kernkraftwerk Cattenom und der Stadt Thionville vorbei. Um Mautgebühren zu sparen, fuhren wir ein Stück über die Landstraße, bevor wir für den Rest der Strecke bis Metz die kostenlose Autobahn nutzen konnten. Die Balance zwischen Zeitersparnis und Sparsamkeit hat einmal mehr funktioniert.
Zurück in Metz: Kathedrale & Kneipenabend
Die gotische Kathedrale Saint-Étienne mit ihren farbenfrohen Bleiglasfenstern und ihrer beeindruckenden Architektur dominiert das Stadtbild und war definitiv ein Besuch wert.
Danach besorgten wir uns einen kostenlosen Stadtplan von Metz im Touri-Büro und fanden im Nahbereich ein schönes Lokal mit Biergarten – gegessen, getrunken und den warmen Spätsommerabend genossen. Perfektes Wetter, perfekte Stimmung.
Den Abschluss bildete ein Absacker in einer kleinen Kneipe an einem Nebenarm der Mosel – mit Blick auf den Temple Neuf. So lässt sich ein Reisetag ruhig ausklingen lassen.
Tag 3 – Mittwoch
Spuren der Geschichte in Verdun
Der dritte Urlaubstag führte uns nach Verdun – ein Ort, den man nicht vergisst. Die Stadt trägt die Narben des Ersten Weltkriegs noch immer sichtbar in sich.
Die Schlacht um Verdun 1916 war eine der längsten und verlustreichsten des Krieges. Das Mémorial de Verdun, Ossuaire de Douaumont, das Fort Douaumont, das Fort de Vaux und die tausende Gräber hinterlassen einen tiefen Eindruck. Hunderttausende von Soldaten aus beiden Lagern verloren hier ihr Leben in nur wenigen Monaten. Beeindruckend waren auch die Schützengräben und die immer noch sichtbaren Krater der Granaten. Neben dem Museum waren auch die beiden Forts zu besichtigen, was einen kleinen Eindruck von dem damaligen Gemetzel gab.
Nach den emotionalen Eindrücken fuhren wir am frühen Abend wieder zurück nach Metz. Der Kontrast ist deutlich spürbar: Metz ist lebendig, bunt und voller Jugend.
Ein kleiner Bummel durch die Altstadt bis wir uns schließlich in einem kleinen Restaurant im Zentrum niederließen. Die lothringische Küche ist bodenständig und herzhaft. So ließen wir es uns schmecken.
Bevor aber dieser interessante und ernsthafte Tag zu Ende geht, dachten wir noch an eine letzte Runde in einer gemütlichen Kneipe, wenige Meter vor der Wohnung. Ein lokales Bier und Cocktails halfen uns die Erlebnisse Revue passieren zu lassen.
Tag 4 – Donnerstag
Frühstück bei Tiffany – okay nicht so ganz aber mal nicht in der Ferienwohnung.
Zwischen den zahlreichen Armen der Mosel und der Seille haben sich im Lauf der Zeit mehrere Inseln gebildet, auf denen Metz gegründet wurde. Wasser ist allgegenwärtig: Über 500 Hektar Wasserflächen prägen das Stadtbild. Ein besonders schöner Ort ist der 1974 angelegte Plan d’Eau, der sich auf 7,2 Hektar Wiesen erstreckt und mit Wegen durchzogen ist. Von hier aus blickt man nicht nur über grüne Flächen, sondern auch auf die Kathedrale und andere bedeutsame Gebäude der Stadt.
Wir genossen den Ausblick auf das Wasser und den angelegten Springbrunnen bevor wir wieder zurück zum Place St. Jacques gingen. Alles war fußläufig zwischen 5 und 30 min. zu erreichen.
Nachdem wir in der Wohnung die leckeren Éclaire aus der Bäckerei verputzt hatten, strumpelten wir zum Porte des Allemands und zum Hauptbahnhof. Von hier aus ging es zu Fuß relativ schnell wieder in die Altstadt, zur Rue du Faisan und Rue Sainte-Marie um japanisch essen zu gehen.
Satt und platt fielen wir in die Betten und schliefen tief und fest in den letzten Tag hinein.
Tag 5 – Freitag
13:00 Uhr legte das Solarelektroboot, mit uns dreien an Board, am Moyen Pont in Metz ab und wir fuhren über den Plan d`eau de Metz, ein künstliches Becken, das in den 1970er Jahren aus den Armen der Mosel geschaffen wurde. Schließlich erreichte das Boot seine Endstation: Moulins-Les-Metz.
Während der 20-minütigen Pause versammelten sich ein paar Fahrgäste vor dem Schiffsanleger. Und schon war Boarding und das Elektroboot legte ab.
Zurück nach Moyen Pont sammelte der Kapitän noch einige Passagiere an den vereinzelten Anlegern ein, sodass das Bötchen voller wurde.
Nach ca. 2h erreichten wir wieder unseren Heimathafen. Dort überfielen wir die Markthalle und Bäckereien und gingen zurück zur Ferienwohnung. Zum Kaffee passte der leckere Kuchen und danach räumten wir auf und der erste Prötel verschwand in Taschen und im Koffer.
Tag 6 – Samstag
Der Urlaub war zu Ende und wir sagten AU REVOIR Metz. Erst nach Karlsruhe wo wir eine größere Pause einlegten und Marco ablieferten. Dann nach 3 Pausen und 2 kleinen Staus erreichten wir gegen 18:00 Uhr ohne Zwischenfälle die Heimat.
Schlusswort
Es ist wohl das Schönste an einer Reise, wenn man am Ende nicht genau sagen kann, welcher Moment der beste war – weil es einfach zu viele waren.
Diese Woche in Lothringen war genau so eine. Was als Städtetrip nach Metz begann, wurde zu einer kleinen Entdeckungsreise durch eine Region, die – zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland gelegen – irgendwie alle drei prägt und doch ganz ihre eigene ist.
Metz hat uns verzaubert: die Kathedrale Saint-Étienne mit ihrem Licht aus den Chagall-Fenstern, die Mosel mit ihren zahlreichen Verzweigungen, das leuchtende Messinggewölbe des Centre Pompidou-Metz, die Altstadt und vieles mehr. Diese Stadt hat alles, was man sich wünscht, Größe, Geschichte, Kultur und trotzdem bleibt sie überschaubar, fast beschaulich. Man schlendert durch die Altstadt-Gassen, lässt sich treiben und plötzlich ist ein ganzer Tag vergangen.
Schengen in Luxemburg, im Dreiländereck. Ein kleines Winzerdorf an der Mosel, in dem 1985 Europa ein Stück weit Frieden versprochen wurde. Hier, bei einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen auf der Terrasse über dem Fluss, konnte man dem Gedanken nachhängen, was Europa eigentlich bedeutet.
Und dann der Kontrast! Verdun ließ uns still werden. Zwischen den Werkzeugen des Krieges und den endlosen weißen Kreuzen von Douaumont wird einem bewusst, wie dünn der Zement des Friedens manchmal ist. Auch wer sich auf diesen Ort vorbereitet hat, wird hier verändert. Das Erlebte lässt sich durch keine Lektüre ersetzen. Umso dankbarer stimmt es einen, dass aus einstigen Feinden Freunde wurden.
Die Mosel schließlich lief wie ein roter Faden durch die Woche – mal französisch, mal luxemburgisch, mal deutsch. Sie ist Symbol und Lebensader zugleich und ihre Ufer gehören seit Jahrhunderten zu den schönsten Landschaften, die wir kennen.
Untergebracht inmitten der schönen Altstadt von Metz, starteten wir jeden Morgen in neue kleine Abenteuer und jeden Abend kamen wir bereichert zurück. Diese sommerliche Woche ging viel zu schnell zu Ende. Aber vielleicht ist genau das Zeichen einer gelungenen Reise. Man geht mit dem Gefühl, noch nicht fertig zu sein.
